Zwischenbericht

Die ersten zwei Wochen meines Praktikums sind schon vorbei. Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell und die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Mein Wecker läutet jeden Tag um Punkt 7 Uhr früh. Nach einer kurzen Aufwachphase (Löskaffee 🙂 ) von etwa einer Stunde, nehme ich die Stadtbahn Richtung Vaihingen. Dort steige ich in die Schnellbahn Richtung Flughafen und erreiche nach etwa einer halben Stunde Leinfelden, wo sich die Firma befindet. Um spätestens 9 Uhr beginnt die Suche nach aktuellen Themen. Am Interessantesten sind die Online-Vorabveröffentlichungen von Fachzeitschriften wie Nature, Proceedings of the Royal Society B oder Science. Auf Tickerdiensten wie Eurekalert der American Association for the Advancement of Science oder AlphaGalileo, haben Pressedienste Zugriff auf die neuesten Meldungen. Um ca. halb 11 werden die Themen besprochen und ausgewählt. Je nach Nachrichtenlage, beginne ich dann ein tagesaktuelles Thema oder bereite eine Meldung für den nächsten Tag vor. Die Nachrichten sind mit einer Nachrichtensperre belegt (embargoed news), vor der die Meldung nicht veröffentlicht werden darf. Eine Meldung besteht meistens aus einer allgemeinverständlichen Pressemitteilung und dem Originalartikel. Die Herausforderung ist es, die Kernaussagen des Papers in eine verständliche und gut lesbare Form zu bringen. Für mich ist das sehr spannend, weil ich bei den meisten Themen selbst recherchieren muss, um die Nachricht überhaupt erklären zu können. So lerne ich nebenbei viel.

Der Schreibstil war für mich auch sehr neu. Da die Nachrichtenlänge begrenzt ist, darf ich auch nicht zu weit ausholen, was manchmal schwierig sein kann. Meine zwei Vorgesetzten kürzen jedoch mit Freude zu lange Passagen und formulieren den ein oder anderen verkorksten Satz um.

Das Arbeitsklima ist sehr angenehm. Auch die anderen Mitarbeiter sind alle sehr freundlich. An die Gepflogenheiten beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine konnte ich mich schnell anpassen.

Abends bin ich immer ziemlich erledigt und geh früh schlafen.

Stuttgart gefällt mir recht gut. Die Größe der Stadt ist mir gerade recht. Es gibt nicht besonders viele schöne Gebäude, da Stuttgart im Gegensatz zu Dresden in modernerem Stil wieder aufgebaut wurde. Die Jazzwoche ist gerade vorbei. Letzte Woche war ich auf einem Konzert in der Kiste, einer Jazzbar. Ansonsten unternehme ich unter der Woche abends so gut wie nie etwas.

Auffällig ist, dass die Stuttgarter bei jedem Wetter draußen sitzen. Das scheint hier allgemein üblich zu sein. Das Stadtbahnnetz ist allgemein recht gut, nur meine Verbindung zur Arbeit ist nicht so optimal. Momentan habe ich aber Glück, da der Schnellzug meistens 5 Minuten verspätet ist. So erwische ich den früheren Zug und bin in ca. 20 Minuten auf der Arbeit. Gestern Abend hätte ich fast die letzte Ubahn verpasst, weil die angezeigte Linie nicht gestimmt hat. Nachdem ich den Fahrer gefragt hatte, wo der denn jetzt hinfährt (irgendwie kam mir vor, er war sich selbst nicht ganz sicher 🙂 ) habe ich mich doch getraut einzusteigen. Es hat dann zwar gepasst, aber andere Leute waren dann in der falschen Richtung unterwegs. Anscheinend ist das so, dass bei der letzten Ubahn der Bahnhof, in dem der Wagen sozusagen übernachtet, angezeigt wird. Das finde ich überhaupt nicht logisch 🙂

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