Eine Liebeserklärung

Es gibt viele Dinge, die ein Lächeln auf mein Gesicht bannen, aber nur wenige die dieses zu einem breiten Grinsen werden lassen. Eine ganz besondere Dame schafft das jedoch so gut wie immer. Sie wiegt in etwa 190 Kilogramm, ist unhandlich, schnell verstimmt und selten anzutreffen. Sie wimmert, wabert, gurgelt, grollt, jammert und stöhnt. Mit ihren Lautäußerungen löst sie wonniges Behagen in mir aus. Bei mir zieht sie alle Register.

Die Rede ist von der legendären Hammond B3, einer elektromechanischen Orgel aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ursprünglich aus der Kirchenmusik kommend, bahnte sie sich ihren musikalischen Weg über Jazz und Blues bis in den Funk.

Dort blieb sie und manifestierte sich als eines der stil- und tonangebenden Instrumente dieses Genres. An ihre Seite gesellte sich Leslie, eventuell eines der schönsten praktischen Anwendungsbeispiele des Doppler-Effekts. Der rotierende Leslie-Speaker erzeugt einen psycho-akkustischen Effekt durch Schwebungen (Superposition) der Schallwellen (Frequenzen). Durch die schnell wechselnde Tonhöhe entsteht ein schwingender Klang, der den vertrauten Sound der Hammond Orgel ausmacht.

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Aufgrund des komplizierten Aufbaus und der elektro-mechanischen Klangerzeugung ist diese Orgel ein Instrument, das viel Pflege benötigt. Da sie außerdem schwer zu transportieren und in der Anschaffung nicht günstig ist gibt es vollelektronische Nachbauten und Klangsynthesizer. Der Originalsound ist zwar so gut wie nicht zu erreichen, da Abnützung und Alter sich auch im Klang bemerkbar machen, aber inzwischen haben das die Toningenieure meiner Meinung nach recht gut hinbekommen.

Auch im modernen Funk gibt es einige Bands, welche den Hammond Orgel Sound in exzessivem Gebrauch haben – und ich bin ihnen dafür sehr dankbar! Als Beispiele hierfür sind zum Beispiel die australischen Bamboos zu nennen. Wer genau hinsieht kann sogar einen Leslie-Speaker entdecken:

Jedem Funk-Liebhaber ans Herz legen möchte ich außerdem The New Mastersounds und – ganz besonders herrlich – Cookin’ on Three Burners:

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