UNIDO – Intern

Als ich vor mehr als eineinhalb Jahren nach Wien zog, unternahm ich viele ausgedehnte Streifzüge um die Stadt zu erkunden. Besonders beeindruckt hat mich damals das Vienna International Center, auch bekannt als UNO-City und ich fasste damals ins Auge, mich dort zu bewerben um mir das Ganze von Innen ansehen zu können. Now guess what… 🙂 Seit mehr als zwei Monaten gehe ich dort täglich ein und aus und bin nach wie vor begeistert!

Die UNO-City beherbergt mehrere Organisationen des UN-Systems, wobei die IAEA (Atomenergiebehörde) und die UNODC (Drogenbekämpfung) die zwei bekanntesten Einrichtungen sein dürften. Es befindet sich dort aber unter anderem auch die UNIDO, eine Sonderorganisation der UNO, welche sich der Industrieentwicklung in Entwicklungsländern verschrieben hat. Da ich mehr als ein Jahr bei Médecins Sans Frontières Vienna erste Erfahrungen im Bereich der Entwicklungshilfe sammeln konnte und außerdem Business Engineering an der TU studiere, war die Bewerbung für ein Praktikum bei der UNIDO für mich eine logische Konsequenz.

Im April diesen Jahres habe ich mich über die Website der Organisation initiativ beworben, es folgten mehrere Telefonate und ein Vorstellungsgespräch. Fast drei Monate später hatte ich die schriftliche Zusage und war schon sehr gespannt, wie dieser neue Abschnitt wohl werden würde. Seit September bin ich nun in der Systems Unit der Abteilung Information & Communication Management als Praktikant in Vollzeit tätig und beschäftige mich hauptsächlich mit der Web- und Datenbankentwicklung. Es wäre kein richtiger Artikel in meinem Blog über einen neuen Abschnitt meines Lebens, wenn ich nicht wieder vollen Herzens folgendes schreiben könnte: Ich habs wieder gut erwischt 🙂

Meine Abteilungskollegen sind außerordentlich nett, entgegenkommend und ich fühle mich dort seit Anfang an pudelwohl. Ein typischer Arbeitstag beginnt für mich um kurz vor 9 Uhr früh mit der Sicherheitskontrolle, durch die alle Besucher und Interns müssen. Inzwischen weiß ich, welche Gürtel und Schlüssel Aufmerksamkeit erregen und kleide mich dementsprechend. Anschließend bringt mich ein kreislaufanregender Fahrstuhl in den 10. Stock (oberirdisch!) und ich beginne meine Arbeit im Office D1061, das ich mir mit Jing, einer freundlichen Praktikantenkollegin teile.

Inzwischen konnte ich schon einige verschiedene Arbeitsumfelder kennen lernen: von Großküche bis Online-Redaktion, von Industrielabors bis hipper Werbeagentur doch hier bei der UNO ist es doch wieder etwas ganz Neues. Rein optisch ist es sehr formal, Hemd-in-der-Hose und Sakko sind für Männer quasi Pflicht, Krawatte optional. Vielleicht ist das ICM-Department wie so oft in der IT weniger hierarchisch als vielleicht andere Abteilungen, denn der Umgang ist vom Abteilungsleiter bis zum unbezahlten Intern mehr als freundlich und wesentlich weniger steif als man vielleicht erwarten würde.

Eines der täglichen Highlights ist das Mittagessen 🙂 In der Großkantine gibt es jeden Tag mindestens fünf verschiedene Menüs zur Auswahl sowie je eine Grill-, Sandwich-, Nudel- sowie Sushi-Corner und somit ist für jeden was dabei. Schon anhand der verschiedensten Speisen erkennt man, wie viele verschiedene Nationalitäten und Kulturen dort vertreten sind und das ist etwas, das mir einfach wahnsinnig gut gefällt und an das ich mich gewöhnen könnte. Doch nicht nur mittags merkt man, dass man sich in der größten internationalen Organisation der Welt befindet. In den Gängen herrscht wie überall ein Gewirr an Sprachen, allein sechs verschiedene sind offiziell: Englisch, Französisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch und Arabisch. Die beiden Arbeitssprachen sind Englisch und Französisch, wobei Englisch eindeutig vorherrschend ist (puh… Glück gehabt! 🙂 ). Gerade, dass ausschließlich Englisch gesprochen wird macht für mich einen großen Reiz aus, da diese Sprache liebe und dort auch lerne unterschiedliche Dialekte und Akzente schneller zu verstehen. Alles in allem → sehr lehrreich!

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